Am 29. April 2026 präsentierten die Studierenden der Technikerklasse II an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (LVWO) Weinsberg die Ergebnisse ihrer zweijährigen Sektprojekte. Entstanden sind vier unterschiedliche Schaumweine mit einer klaren inhaltlichen Ausrichtung – von nachhaltiger Produktion bis hin zu innovativem Storytelling.
Von der Lese über den Ausbau bis zur Abfüllung und Vermarktung verantworteten die angehenden Technikerinnen und Techniker den gesamten Prozess eigenständig. Unterstützt wurden sie dabei durch eine Kooperation mit dem Berufskolleg Grafik-Design der Kolping Schulen Reutlingen. Die Schülerinnen und Schüler vom Berufskolleg unterstützten die Etikettengestaltung. „Die Zusammenarbeit hat uns allen Spaß gemacht“, sagt eine beteiligte Schülerin aus Reutlingen. „Es war super unsere Entwürfe auf den Flaschen zu sehen.“
Zwei Jahre Projektarbeit
„Nicht irgendein 08/15-Produkt zu haben, sondern es braucht ein Erlebnis“, sagt Dr. Oliver Schmidt, Abteilungsleiter Bildung an der LVWO, bei der Begrüßung. Im Anschluss präsentierten die vier Gruppen – Vitus Vitalis, Mixtura Aurea, Rubinage und Chäm-Peng – ihre Ergebnisse, die auch verkostet werden konnten.
Die erste Gruppe um Lukas Baust, Fabian Fritz, Tobias Leick und Lilly Söhn entwickelte mit „Vitus Vitalis“ einen nachhaltig ausgerichteten Sekt auf Basis von pilzwiderstandsfähigen Rebsorten (Piwis). Zum Einsatz kommen Calardis Blanc (55 Prozent) und Souvignier Gris (45 Prozent) aus ökologischem Anbau. Der Schaumwein steht für Biodiversität und einen bewussten Konsum. Geschmacklich zeigt er sich frisch, fruchtig und zitrusbetont. Er richtet sich an eine junge, umweltbewusste Zielgruppe und wird vor allem über Social Media und die Direktvermarktung positioniert.
Laura Männle, Tino Grass, Maximilian Jung und Julius Loesch verfolgen mit „Mixtura Aurea“ (Gruppe 2) das Konzept einer charakterstarken Cuvée. Verwendet wurden die Rebsorten Riesling (70 Prozent) und Weißburgunder (30 Prozent). Statt auf Einheitlichkeit setzt das Konzept auf die gezielte Verbindung unterschiedlicher Charaktere zu einem eigenständigen Premiumprodukt. Der Schaumwein richtet sich an qualitätsorientierte Konsumenten und positioniert sich zwischen klassischem Winzersekt und Champagner.
Die dritte Gruppe um Karl Gille, Mathias Göring, Christian Harth und Aaron Köbelin setzt mit „Rubinage“ auf einen roten Sekt, der unterschiedliche Regionen und Rebsorten verbindet. Die Grundlagen bilden Trauben der Sorten Spätburgunder (55 Prozent) sowie Lemberger (45 Prozent). Im Mittelpunkt steht die Idee von Gemeinschaft und emotionaler Verbindung. Der Schaumwein spricht gesellige, erlebnisorientierte Konsumenten an und ist für besondere Anlässe konzipiert.
Frederic Klingler, Fabian Reiss, Ruben Schluchter und Katharina Unger entwickelten mit „Chäm-Peng“ (Gruppe 4) einen Piwi-Sekt, der bewusst mit einem neuen Markenauftritt arbeitet. Verwendet werden die Rebsorten Sauvitage, Souvignier Gris und Levitage. Die Besonderheit des Schaumweins liegt in der Inszenierung: Im Comic-Stil werden die Rebsorten als „Superhelden“ dargestellt, um Themen wie Nachhaltigkeit und den Klimawandel zugänglich zu machen. Der Sekt ist preislich im Einstiegssegment angesiedelt und richtet sich an eine junge, design- und storyaffine Zielgruppe.
Zum Abschluss zeigte sich der Direktor der LVWO Weinsberg, Dr. Dieter Blankenhorn, beeindruckt von den Ergebnissen: „Ich bin immer wieder beeindruckt von den Ideen und Innovationen, die in diesem Projekt präsentiert wurden.“