Studierende des Bildungsgangs „Staatlich geprüfte/r Techniker/in für Weinbau und Oenologie“ an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau haben am Burgberg eine Trockenmauer erfolgreich bepflanzt. Damit leisten sie einen wertvollen Beitrag zur ökologischen Aufwertung der Rebflächen.
Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obst (LVWO) Weinsberg bewirtschaftet unterhalb der Burg Weibertreu, am Burgberg in Weinsberg, mehrere Rebflächen. In den vergangenen Jahren wurden diese in mehreren Bauabschnitten neu strukturiert und querterrassiert. Dabei entstanden Trockenmauern und Böschungen, die gezielt zur Förderung der Biodiversität genutzt werden.
Lebensräume schaffen, Biodiversität fördern
„Trockenmauern sind im Weinbau weit mehr als reine Stützelemente. Mit der gezielten Bepflanzung schaffen wir strukturreiche Lebensräume und fördern die Biodiversität direkt in den Rebflächen“, sagt Dr. Dieter Blankenhorn, Direktor der LVWO Weinsberg. Im Zuge des letzten Bauabschnitts wurde ein neues Flurstück am „Vorderen Burgberg“ erschlossen. Die dortige Trockenmauer am unteren Ende der Rebfläche wurde in den Jahren 2023/2024 saniert. Die Sanierung wurde durch die Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Heilbronn, finanziert. Nach Abschluss der baulichen Maßnahmen blieb die Mauer zunächst unbepflanzt. Vor der Bepflanzung wurde die Trockenmauer gründlich gewässert, um geeignete Bedingungen für das Anwachsen der Pflanzen zu schaffen.
Die Mauer bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ist ein wertvoller Beitrag für die Stadt Weinsberg.
Mit der nun umgesetzten Bepflanzung wurde die karge Mauer sowohl ökologisch als auch gestalterisch aufgewertet. Ziel ist es, Lebensräume für Pflanzen und Insekten zu schaffen sowie die Strukturvielfalt in den Rebflächen zu erhöhen. Verwendet wurden standorttypische Arten wie Schafgarbe, Färberkamille, Hornklee, Malven und Mauerpfeffer. Rund um den Burgberg kommen insgesamt etwa 170 verschiedene Pflanzenarten vor. Gleichzeitig fügt sich die Fläche nun deutlich besser in das Landschaftsbild ein. „Die Mauer bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen und ist ein wertvoller Beitrag für die Stadt Weinsberg“, sagt Bürgermeisterin Birgit Hannemann. „Solche Projekte erhalten die Kulturlandschaft und stärken die Biodiversität.“
Pflanzung im Rahmen des Weinbauprojekts
Die verwendeten Pflanzen wurden überwiegend in den Gewächshäusern der LVWO Weinsberg selbst herangezogen. Zum Einsatz kamen standorttypischen Arten, die aus Saatgut sowie über Stecklinge und Ableger regionaler Pflanzen vermehrt wurden.
Die Pflanzung erfolgte im Rahmen des Weinbaupraktikums durch die Studierenden. Das Projekt verbindet die praktische Ausbildung mit ökologischen Fragestellungen im Weinbau. Die angehenden Technikerinnen und Techniker vertiefen dabei ihr Wissen zur Pflanzenverwendung sowie zur Bedeutung strukturreicher Lebensräume in Weinbergen. „Im Weinbaupraktikum lernen unsere Studierenden die Bedeutung unterschiedlichen Pflanzen. Das ist sehr wichtig, denn anhand der Pflanzenzusammensetzung in den Rebflächen kann man den Zustand des Bodens bewerten. Heute können sie ihr Wissen in der Praxis direkt einsetzen“, sagt Johannes Wolf, Referatsleiter Weinbau an der LVWO Weinsberg.